Herzensprojekt: Collagraphie

Collagraphie begleitet mich schon länger und gehört für mich zu den spannendsten druckgrafischen Techniken.
Besonders faszinieren mich das Arbeiten mit Materialien, Oberflächen und der Augenblick, in dem sich das Ergebnis erst beim Drucken zeigt.

1. Was ist Collagraphie?

Collagraphie ist eine Drucktechnik, die in den 1950er Jahren in den USA entstanden ist, entwickelt vom Künstler Glen Alps, der ihr auch den Namen gab: kolla (griechisch für Leim) und graph (schreiben). Im deutschsprachigen Raum ist sie bis heute wenig bekannt, obwohl sie drucktechnisch zu den interessantesten Verfahren überhaupt gehört.


Das Besondere: Die Druckplatte wird nicht geätzt oder belichtet, sondern aufgebaut. Auf einem Träger aus Karton oder Pappe werden Materialien aufgeklebt, eingeritzt, grundiert, strukturiert. Das kann Material wie Sand, Gewebe, Gips, Lack, Papierreste oder was auch immer eine Oberfläche mitbringt sein.


Gedruckt werden kann im Hoch- und im Tiefdruck, oft beides auf einer einzigen Platte, was drucktechnisch eine Besonderheit ist. Das Ergebnis lässt sich kaum vorhersagen, was zur Technik dazugehört und den Reiz ausmacht!

2. Warum ich diese Technik zeigen möchte

In Deutschland dominieren traditionell die klassischen Drucktechniken, allem voran die Radierung. Collagraphie wird manchmal als weniger präzise oder handwerklich anspruchsvoll wahrgenommen - ein Vorurteil, das sich in Ländern mit starker Handwerkstradition besonders hartnäckig hält.

Weil mit Pappe und Kleber gearbeitet wird, unterschätzt man oft diese eher komplexe Technik, daher hat sie ein Image-Problem. Collagraphie gilt manchmal als „niedrigschwellig" oder gar als Kindertechnik. Zu Unrecht, aber es hat dazu geführt, dass sie in künstlerisch-akademischen Kontexten wenig ernst genommen wird.

 

Collagraphie braucht keine Säuren und keine Chemie. Sie ist sehr materialreich, experimentierfreudig und auch für Einsteiger zugänglich. Die Platten halten nur begrenzte Auflagen aus, was jeden Druck zu einem Unikat macht.

 

Dies Collagraphie verdient engagierte Menschen, die diese Technik ausprobieren und als neue Leidenschaft entdecken möchten.

3. Blick in die Werkstatt

4. Experimente & Entdeckungen

Die Druckformen für Collagraphien lassen sich gut mit Pflanzenmaterialien herstellen, der Druck ist auch auf Stoff möglich und es lässt sich abstrakt wie euch figürlich arbeiten.

5. Selber ausprobieren

Wenn du die Technik selbst kennenlernen möchtest, findest du hier aktuelle Termine (klick auf Link). Weitere Termine sind in Planung.

Collagraphie Icon mit KI erstellt